RetteLeo

Hallo, ich bin Leo und im August 2 Jahre alt geworden.

Anfang Juli war ich 2 Wochen krank-nichts Schlimmes haben die Kinderärzte gesagt- erst Durchfall, der einfach nicht vorbeigehen wollte, dann hohes Fieber, das sich trotz Medikamente nicht senken ließ. Ich hatte große Schmerzen und fühlte mich elendig, das merkte auch meine Mama.

Sie war bald so erschöpft und verzweifelt, dass sie von der Kinderärztin forderte, sie solle einen Bluttest machen.

Vielleicht war es Corona? Dann der Schreck:

Die Leukozyten, also weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind, waren auf dem Gerät nicht messbar. Die Kinderärztin überwies zur Blutentnahme in die Klinik, sie ging von einem Gerätedefekt aus.

Doch in der Klinik dann die Horrornachricht: Die Leukozyten waren 35mal so hoch wie bei Gesunden, die Blut- und Organwerte waren gefährlich verändert, Diagnose: Akuter Blutkrebs, Leukämie. Dann ging alles sehr schnell: Die Ärzte pieksten mich überall, schlossen mich an Geräte an, ein Notarzt musste mich in die Uniklinik bringen.


Dort dann Intensivstation, lauter besorgte erwachsene Gesichter, ständig piepsende Geräte. Alles war laut und hat sehr weh getan und meine Eltern waren vollkommen geschockt.

So eine seltene bösartige Erkrankung bei ihrem einzigen Kind! Ihnen wurde der Boden unter den Füßen weggezogen, sie gaben sich die größte Mühe, nicht vor mir zusammenzubrechen.

Es folgten lange Wochen in der Klinik; ständige Knochenmarks- und Lumbalpunktionen, Anlage eines Hickman-Katheters, Ultraschall, Blutabnahmen und ständiges Herumgezupfe an meinem kleinen Körper.

Zum Glück habe ich die ersten Wochen überlebt (akute Leukämie führt unbehandelt rasch zum Tod), aber ich musste gleich eine Hochdosis-Cortisontherapie und Chemotherapie bekommen, damit die Krebszellen nicht meine Organe angriffen.

Ich war wegen der ganzen Schläuche und Infusionen an mein Krankenbett gefesselt und durfte nicht mehr toben, rennen oder Bobbycar fahren.


Die anderen Krebskinder durfte ich wegen Corona auch nicht sehen, ich habe nur ihre Schreie und Weinen gehört und manchmal ihre nackten Köpfe auf dem Gang gesehen.

Jeden Morgen durfte ich aber dem Putzmann auf seinem tollen Putzauto im Gang winken; das war schön!

Mama und Papa waren sehr lieb und spielten den ganzen Tag mit mir; ich habe aber noch nie so schlimme Augenringe bei ihnen gesehen!

Wegen der Chemo fielen meine Haare aus, aber das machte nichts, weil sich mein Papa auch die Haare von der Mama abrasieren ließ, das war sehr lustig und jetzt haben wir die gleiche Frisur!


Einen Tag vor meinem 2.Geburtstag durften wir dann endlich nach Hause. Ich war so schwach, dass ich nicht mehr laufen konnte und krabbelte durch die Wohnung. Zumindest konnte ich wieder mit meinen Baggern spielen!

Zum Geburtstag kam meine ganze Familie vor die Tür und ich konnte ihnen vom Fenster aus winken…hinein durften sie nicht, weil ich wegen der Chemo eigentlich kein eigenes Immunsystem mehr habe; mit einem Seilzug habe ich aber sogar Geschenke bekommen!

Jetzt müssen wir fast jeden Tag in die Tagesklinik zu Infusionen, Bluttransfusionen und Chemospritzen fahren; das ist sehr blöd, weil man lange warten muss.

Ich darf zwar wegen der Infektionsgefahr nicht raus und es darf auch keiner zu Besuch kommen, aber es ist trotzdem schön zu Hause! Weil die Chemotherapie aber leider nicht ausreichend anspricht, brauche ich bald eine Stammzelltransplantation.

Das Bangen und Warten macht meiner Familie große Angst, weil ich zur Hochrisikogruppe gehöre.

Leider ist mir gerade ziemlich oft übel von der Chemo Therapie und ich musste mich auch schon übergeben – Ich hoffe einfach, es gibt bald einen passenden Spender für mich und es lassen sich viele Leute bei der DKMS typisieren, um mir und anderen Kindern helfen zu können.

Ich will leben! Ich will wieder draußen spielen können und später in den Kindergarten gehen.

Ich will Fahrradfahren lernen und wieder mit meinen Omas kuscheln. Ich will meine Eltern wieder unbesorgt lachen sehen.

Bitte helft mit – Euer Leo

3 Kommentare zu „Hallo, ich bin Leo und im August 2 Jahre alt geworden.“

  1. Sandra Kamph

    Lieber Leo, ich wünsche dir alles Glück dieser Welt und ich hoffe sehr, das es dir schnell besser geht und es einen passenden Spender für dich gibt.
    Drücke deine Eltern ganz lieb von mir.
    In Gedanken bin ich bei dir und deiner Familie.
    Alles Liebe ❤️, Sandy

  2. Hallo lieber, kleiner Leo,
    ich bin registriert und würde Dir so gerne helfen.
    Meine Daumen sind gedrückt, dass Du bald gesund wirst und einen Spender findest.
    Wir denken alle ganz fest an Dich!

    Alles Gute für Dich und Deine Familie :*

  3. Hallo lieber Leo,
    Wir hoffen das Du recht bald einen passenden Spender findest. Dein Name trägt ja den Löwen in Dir. Du bist ein ganz starker Junge. Deinen Eltern wünsche ich viel Kraft und gebt niemals auf, nieeeemals. Es ist ein sehr steiniger, harter Weg aber Leo braucht genau EURE Liebe die ihn stark macht. Ich wünsche Euch das Allerbeste. Habe die Seite geteilt und bete für Euch das alles klappt. Ganz festen Drücker an die ganze Familie. Auch wenn es „nur“ Worte sind helfen Sie so manches mal über die schwere Zeit.❤️

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.